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Von der Sammelzelle in den Platinum-Club

Etwas irritiert schauten die Besucher, als sie in der Esprit Arena einen ganz speziellen Raum betraten. Die Wände sind kahl. Es gibt nur graue, kalte Sitzbänke aus Stein, auf die man sich setzen kann. Das seien die Sammelzellen für Fußball-Fans die alkoholisiert seien oder aus der Rolle fielen, erklärte Mike Eigen vom Sportamt der Gruppe von düsseldorf-aktiv, die für fast zwei Stunden durch die Multifunktions-Arena geführt wurde.


Diese so genannten Fans würden dort in Gewahrsam genommen. Es gibt auch noch eine zweite Sammelzelle. Eigen: „Schließlich müssen wir die Fan-Gruppen trennen."
Danach kam der schönere Teil der Führung. Die Besucher wurden von einem Highlight zum nächsten geführt Allgemeines Staunen erregte die Außenhülle der Esprit Arena.

40 000 Lamellen aus Aluminium schützen gegen Wind und Sonne. Beeindruckend ist auch die Besucher-Kapazität der Arena. Bei Konzerten sind es rund 60 000 Besucher, die dann auch in den Innenraum dürfen. Bei Fußballspielen ist Platz für 54 500 Fans. „Mehr als 51 000 kommen aber nicht rein", sagte Eigen. Schließlich müsse man einen Bereich leer lassen, um die rivalisierenden Fan-Gruppen voneinander zu trennen.
Dann gibt es natürlich die Logen für die VIP-Gäste. In der Regel bieten sie Platz für 15 Personen. Etwas anders sieht es dagegen im Platinum-Club aus. Dort sind auch Normalsterbliche zugelassen. Die Karte kostet 200 Euro. Dafür können sie so viel essen und trinken wie sie wollen. Und sie sehen auch noch das Fußballspiel. Wer allerdring das Konzert eines Pop-Stars vom Platinum-Club aus verfolgen will, muss wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Bei Madonna waren es sage und schreibe 1100 Euro.
Eine Anekdote am Rand: Bei einem Einbruch in den Club haben zwei junge Leute sich ein Bier getrunken und die Zapfhähne offen gelassen. Der angerichtete Schaden belief sich auf eine sechsstellige Summe.
Ein Besuch im Innenraum durfte nicht fehlen. Einige berührten vorsichtig mit der Hand den heiligen Rasen. Denn Betreten ist strengstens verboten. Der Rollrasen muss im Schnitt 3,6 mal im Jahr verlegt werden. Durch die Fußballspiele und die Konzerte, bei denen die Bühne und auch die Besucher im Innenraum sind, wird er arg strapaziert. Kosten für eine Verlegung: 80 000 Euro. „Warum sind eigentlich die ganzen Sitzplätze bunt?", wollten einige wissen. Mike Eigen hatte eine Erklärung parat. Das sei ein Trick für das Fernsehen. „Das sieht dann so aus, als sei die Arena voll besetzt." Beeindruckt waren die Teilnehmer auch von der Dachkonstruktion. Denn das Dach lässt sich schließen. Das gibt es sonst in Deutschland nur noch in Frankfurt und in Gelsenkirchen.

Der Rundgang führte weiter durch den Pressekonferenz-Raum in die Kabinen. Auch Funktionsräume gehören dazu. Dort werden die Spieler massiert und die Verletzungen kuriert. In der Kabine selbst steht beim Spiel auch ein Tisch mit Wasser, Cola und Kuchen für die Spieler. Außerdem gibt es eine Tafel, an der die Trainer noch mal die Taktik besprechen können.


Madonna hat sich ebenfalls in der Kabine vor ihrem Auftritt angekleidet. Das Besondere: Sie hat den Raum in ein spezielles Zimmer für ihre Kinder umrüsten lassen.Kosten: 250 000 Euro. Reich an Eindrücken machten sich die Teilnehmer der Veranstaltung von düsseldorf-aktiv nach dem Rundgang wieder auf den Heimweg.